Anatevka – Fiddler on the Roof

Jahr: 2002

Buch: Joseph Stein, nach Scholem Aleichem

Musik: Jerry Bock

Liedtexte: Sheldon Harnick

Deutsch von: Rolf Herz und Gerhard Hagan

 

Ein Fiedler auf dem Dach …

… Klingt verrückt, nicht wahr? Aber in unserem Dörfchen Anatevka ist das so. Jeder von uns ist ein „Fiedler auf dem Dach“. Jeder versucht, eine einschmeichelnde Melodie zu spielen, ohne sich dabei das Genick zu brechen. Das ist nicht leicht! Nun werdet ihr fragen, warum wir denn eigentlich hier bleiben, wo es doch so gefährlich ist? Wir bleiben, weil Anatevka unsere Heimat ist. Und was uns unser seelisches Gleichgewicht erhält, das ist mit einem Wort gesagt: Tradition!

Dank unserer Tradition haben wir bisher unser Gleichgewicht seit vielen, vielen Jahren gehalten. Hier in Anatevka haben wir Traditionen für alles: wie man isst, wie man schläft, wie man arbeitet und auch dafür, wie man sich kleidet. Zum Beispiel haben wir immer den Kopf bedeckt und tragen immer einen kleinen Gebetsschal als Zeichen unserer Gottergebenheit. Nun werdet ihr fragen, wie es mit diesen Traditionen angefangen hat. Ich werd‘ es euch sagen – ich weiß es nicht. Das ist eben Tradition. Und aufgrund dieser Traditionen weiß hier jeder, was er zu tun und was er zu lassen hat und was der liebe Gott von ihm erwartet. (Prolog)

 

Zur Handlung

Die Geschichte spielt im Jahr 1905: Anatevka ist ein kleines Dorf in Westrussland. Hier leben Juden wie der Milchmann Tevje mit seiner Familie. Niemand stellt die Tradition in Frage. Und wenn Tevje auch gerne „reich wär“, gibt er sich doch ohne Murren zufrieden, ein armer Milchmann zu sein.

Aber dann fangen Tevjes Töchter, selbst zu entscheiden. Sie wollen nicht die Männer heiraten, die die Heiratsvermittlerin Jente vorschlägt, sondern eine eigene Wahl treffen: Zeitel will den Schneider Mottel heiraten, Hodel den revolutionären Studenten Perchik, und Chava sogar den Russen Fejda, einen Andersgläubigen! Das passt Tevje und seiner Frau Golde gar nicht. Es wird schwer für Tevje, denn er liebt seine Töchter und er fühlt sich hin- und hergerissen zwischen den alten Regeln und seiner väterlichen Zuneigung.

Doch dann geschehen noch ganz andere Dinge, viel schlimmere. Was bleibt übrig von der Tradition? Tevje muß vieles aufgeben, am Ende sogar Anatevka, seine Heimat. Was bleibt da noch übrig? Was läßt sich mitnehmen, wenn man alles zurücklassen muß? Tevje bricht auf in eine ungewisse Zukunft. Und ganz Anatevka mit ihm.

Bilder vom Musical